Inhalt (7 Abschnitte)
- Bayern verbeamtet Lehrkräfte im Regelfall; ab dem vollendeten 45. Lebensjahr ist die Einstellung nur mit Einwilligung des Finanzministeriums möglich (Art. 48 BayHO).
- Die Zurechnungszeit reicht bis zum 62. Lebensjahr (Art. 23 BayBeamtVG) – zwei Jahre länger als im Bund.
- Der Versorgungsabschlag von höchstens 10,8 % entfällt erst ab dem 64. Lebensjahr mit 40 Dienstjahren (Art. 26 BayBeamtVG).
- Die Mindestversorgung beträgt 35 % oder 66,5 % der Endstufe A 3, im Modell rund 2.164 € brutto im Monat.
- Das Referendariat dauert 24 Monate; die Probezeit beträgt nach der allgemeinen Regel zwei Jahre (Art. 12 LlbG), eine Lehrer-Besonderheit ist nicht verifiziert.
In Bayern werden Lehrkräfte im Regelfall verbeamtet; ab dem vollendeten 45. Lebensjahr braucht es die Einwilligung des Finanzministeriums (45 Jahre). Bei Dienstunfähigkeit zahlt das Land nach fünf Dienstjahren mindestens 35 % oder 66,5 % der Endstufe A 3, im Modell rund 2.164 € brutto im Monat. Die Zurechnungszeit reicht bis zum 62. Lebensjahr (Stand 25.10.2026).
Für Lehrkräfte in Bayern ist die Mindestversorgung (im Modell rund 2.164 € brutto) ein Boden, kein Ersatz für das Netto – und sie gilt erst nach fünf Dienstjahren. Die Lücke dazwischen schließt eine BU mit echter Dienstunfähigkeitsklausel, im Referendariat zum günstigsten Einstieg. Der Lehrer-Check rechnet sie für Bayern in 60 Sekunden.
Kein Dienstherr, keine BehördeBU-Lehrer.de ist ein kostenloses Informations- und Rechnerportal – kein Dienstherr, keine Behörde, keine Rentenversicherung und kein Versicherungsmakler. Verbindlich ist die Auskunft des Landesamts für Finanzen.
Wird in Bayern jede Lehrkraft verbeamtet?
Ja, im Regelfall: Wer die Laufbahnbefähigung, die Staatsangehörigkeit, die gesundheitliche Eignung und das Höchstalter erfüllt, wird nach dem Referendariat im Beamtenverhältnis auf Probe übernommen. Wer eine Voraussetzung verfehlt, kann im Tarifbeschäftigungsverhältnis unterrichten. Einen Anspruch auf eine bestimmte Stelle gibt es nicht.
Die Altersgrenze ergibt sich aus Art. 48 der Bayerischen Haushaltsordnung: Ab dem vollendeten 45. Lebensjahr ist eine Einstellung in das Beamtenverhältnis nur mit Einwilligung des Finanzministeriums möglich. Für Lehrkräfte nennt das Kultusministerium in der Praxis ebenfalls 45 Jahre; diese Praxisangabe ist eine Verwaltungsinformation, kein Gesetzestext. Verlängerungen für Kindererziehung oder Pflege haben wir für Bayern nicht belegt und nennen deshalb keine. Wo Sie selbst stehen, zeigt der Höchstalter-Check.
Die Verbeamtung ist an die gesundheitliche Eignung geknüpft: Nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts (Urteil vom 25.07.2013 – 2 C 12.11) kommt es darauf an, ob mit überwiegender Wahrscheinlichkeit vor der Altersgrenze dauernde Dienstunfähigkeit eintritt. Wir stellen dazu bewusst keine Fragen.
Referendariat und Probezeit in Bayern
Der Vorbereitungsdienst dauert 24 Monate und wird als Beamter auf Widerruf geleistet; die Angabe stützt sich auf Bekanntmachungen im Bayerischen Ministerialblatt und ist damit eine Sekundärquelle. Das ist die längste Ausbildung unter den Ländern unserer Auswertung, gemeinsam mit Thüringen. Die Probezeit beträgt nach der allgemeinen Regel des Art. 12 des Leistungslaufbahngesetzes zwei Jahre; ob für Lehrkräfte eine Besonderheit gilt, haben wir nicht verifiziert. Wer in der Probezeit dienstunfähig wird, hat die Wartezeit von fünf Dienstjahren oft noch nicht erfüllt – hier liegt die kritische Phase, die die Seite Probezeit bei Lehrern ausführlich behandelt.
Im Referendariat selbst gilt: kein Ruhegehalt ohne Dienstunfall, stattdessen Entlassung und Nachversicherung nach § 8 SGB VI. Ein Altersgeld, wie es andere Länder kennen, haben wir für Bayern nicht belegt. Näheres zur Phase steht auf der Seite zum Referendariat.
Was zahlt Bayern bei Dienstunfähigkeit?
Das Ruhegehalt beträgt 1,79375 % der ruhegehaltfähigen Bezüge je Dienstjahr, höchstens 71,75 % (Art. 26 BayBeamtVG), und setzt fünf Jahre Dienstzeit voraus (Art. 11 BayBeamtVG). Die Besonderheiten des Freistaats:
- Zurechnungszeit bis 62: Wer vor dem 62. Geburtstag dienstunfähig wird, bekommt die fehlende Zeit zu zwei Dritteln angerechnet (Art. 23 Abs. 1). Ein 30-Jähriger erhält damit zusätzlich 21,3 Jahre.
- Abschlag bis 64: Er beträgt 3,6 % je Jahr vor dem 65. Geburtstag, höchstens 10,8 %, und entfällt erst ab dem 64. Lebensjahr mit 40 Dienstjahren (Art. 26 Abs. 3). Im Bund gilt 63.
- Mindestversorgung an A 3: 35 % der Bezüge oder 66,5 % der Bezüge aus der Endstufe A 3 (Art. 26 Abs. 5), also ohne Erhöhungsbetrag.
Der Gesetzestext wurde für diese Seite überwiegend über Zusammenfassungen der Landesnormen gelesen; die Artikel 12, 23, 26, 27 und 53 sollte ein Beamtenrechtler am Originaltext gegenlesen. Beim Dienstunfall entfällt die Wartezeit; es gilt das Unfallruhegehalt mit mindestens 71,75 % der Endstufe A 3 (Art. 53 BayBeamtVG). Der Rechner bildet das nicht ab.
| Merkmal | Regelung in Bayern | Abweichung vom Bund |
|---|---|---|
| Ruhegehaltssatz | 1,79375 % je Jahr, höchstens 71,75 % | keine |
| Wartezeit | 5 Jahre (außer Dienstunfall) | keine |
| Zurechnungszeit | bis 62, zu 2/3 | ja (Bund: 60) |
| Wegfall des Abschlags | ab 64 mit 40 Dienstjahren | ja (Bund: 63) |
| Mindestversorgung | 35 % oder 66,5 % der Endstufe A 3 (3.254,25 €) | ja (A 3 statt A 4) |
| Mindestversorgung in Euro | 2.164 € | Modellwert |
Ein Modellfall mit dem Grundgehalt A 13, Endstufe (6.342,19 €): Eine Lehrkraft wird mit 40 Jahren und 12 Dienstjahren dienstunfähig. Die Zurechnungszeit beträgt 14,7 Jahre, der Satz 47,8 %, nach dem Abschlag von 10,8 % ergibt das rund 2.706 € brutto, nach angenommenen 15 % Abzug etwa 2.300 € netto. Bei 30 Jahren und nur 6 Dienstjahren sind es 49,0 % Satz und rund 2.774 € brutto – die lange Zurechnungszeit trägt hier. Mit 55 Jahren und 28 Dienstjahren liegt das Ruhegehalt bei rund 3.315 € brutto. Alle Beträge sind Modellwerte, keine Personen. Im Gegensatz zu Ländern mit Zurechnungszeit bis 60 hilft das vor allem sehr jungen Lehrkräften; die Lücke zum Netto bleibt trotzdem. Berechnen Sie sie mit dem Lehrer-DU-Rechner.
Für das Zusammenspiel von Zurechnungszeit und Dienstzeit im Bundesrecht: Zurechnungszeit bei Dienstunfähigkeit.
Was sagen die Zahlen zur Dienstunfähigkeit bayerischer Lehrkräfte?
Eine amtliche Auswertung haben wir für Bayern nicht gefunden. Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) veröffentlicht in einem Faktenzettel vom März 2026 Daten aus Antworten der Staatsregierung auf Schriftliche Anfragen (19/2231 und 19/3158): Bei Grund- und Mittelschullehrkräften stieg demnach der Anteil der Dienstunfähigen von 15,19 % im Schuljahr 2018/19 auf 30,1 % 2023/24, das Durchschnittsalter sank von 57,2 auf 55,6 Jahre. An Gymnasien lag der Anteil bei 7,95 % beziehungsweise 19,3 %, das Alter bei 55,7 beziehungsweise 52,2 Jahren. Die Bezugsgröße der Prozentwerte ist im Faktenzettel nicht erläutert. Wir geben die Zahlen deshalb nur als Verbandsangabe weiter und leiten daraus keine Wahrscheinlichkeit für Einzelne ab.
Was heißt das für die private Absicherung in Bayern?
Die bayerische Regelung mildert die Lücke bei sehr früher Dienstunfähigkeit, löst sie aber nicht – die BU mit echter DU-Klausel schließt den Rest. Der Grund: Das Ruhegehalt bemisst sich am Grundgehalt der letzten Besoldungsgruppe, nicht am Netto, und Zulagen zählen nur, wenn das Besoldungsrecht sie ausdrücklich als ruhegehaltfähig bezeichnet. Auch wer wegen der langen Zurechnungszeit auf eine hohe Pension hofft, hat die Wartezeit im Blick: Ohne fünf Dienstjahre besteht ohne Dienstunfall gar kein Anspruch, und genau dann ist auch die Mindestversorgung nicht anwendbar.
Eine BU mit Dienstunfähigkeitsklausel knüpft ihre Leistung an die Feststellung des Dienstherrn, eine klassische BU an eigene Bedingungen. Der Experte wählt mit Ihnen die passende Variante im Wortlaut; die Unterschiede erläutert die Seite BU oder DU für Lehrer. Für den Beitrag geben Vermittlerseiten eine erste Orientierung, die wir auf der Seite BU-Kosten für Lehrer mit Quelle und Stand einordnen.
Besoldung A 12 / A 13 in Bayern
Grundschullehrkräfte sind in Bayern in A 12 mit steigender Zulage eingruppiert; ein Gesetzentwurf sieht A 13 ab 01.09.2028 vor, was wir nicht verifiziert haben. Die Werte unten stammen aus der Tabelle des Landesamts für Finanzen ab 01.10.2026, die im Vorgriff gezahlt wird; einen Landtagsbeschluss haben wir nicht belegt. Es handelt sich also um Startwerte, die Sie durch Ihre Bezügemitteilung ersetzen sollten.
| Besoldung | Eingang | Endstufe | Status |
|---|---|---|---|
| A 12 | 4.654,97 | 5.728,39 | Vorgriff |
| A 13 | 5.395,56 | 6.342,19 | Vorgriff |
Angestellte Lehrkräfte in Bayern
Angestellte Lehrkräfte sind in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert; die Erwerbsminderungsrente nach § 43 SGB VI setzt drei Jahre Pflichtbeiträge in den letzten fünf Jahren voraus und lag bei Neuzugängen 2024 im Schnitt bei 1.041 € pro Monat. Für Ihren Fall rechnet die EM-Renten-Schätzung. Die Zusatzversorgung berechnen wir nicht.
Zur Lehrer-Probezeit im Einzelnen und zur Weiterentwicklung der Grundschulbesoldung in Bayern erteilt Ihre Dienststelle verbindlich Auskunft. Die Lücke zum Netto schließt eine BU mit echter DU-Klausel; den schnellen Einstieg bietet der Lehrer-Check in 60 Sekunden, ohne Gesundheitsfragen. Alle Länder im Vergleich finden Sie im Länder-Hub.
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Mein Lehrer-Fahrplan (PDF)Häufige Fragen
Bis zu welchem Alter werden Lehrer in Bayern verbeamtet?
Bis zum 45. Lebensjahr im Regelfall: Ab dem vollendeten 45. Lebensjahr ist die Einstellung nur mit Einwilligung des Finanzministeriums möglich (Art. 48 BayHO). Die Praxis für Lehrkräfte nennt das Kultusministerium ebenfalls mit 45 (Stand 25.10.2026).
Wie hoch ist die Mindestpension für Lehrer in Bayern?
Mindestens 35 % der ruhegehaltfähigen Bezüge oder, wenn günstiger, 66,5 % der Bezüge aus der Endstufe A 3 (Art. 26 Abs. 5 BayBeamtVG). Im Modell sind das rund 2.164 € brutto pro Monat, ohne Familienzuschlag. Voraussetzung sind fünf Dienstjahre.
Warum ist die Zurechnungszeit in Bayern länger?
Bayern rechnet bei Dienstunfähigkeit vor dem 62. Geburtstag die fehlende Zeit zu zwei Dritteln hinzu (Art. 23 BayBeamtVG); im Bund endet sie mit 60. Das erhöht das Ruhegehalt vor allem bei jungen Lehrkräften.
Wie lange dauert das Referendariat in Bayern?
24 Monate im Beamtenverhältnis auf Widerruf, wie Bekanntmachungen im Bayerischen Ministerialblatt zeigen. In dieser Zeit besteht ohne Dienstunfall kein Anspruch auf Ruhegehalt.
Gibt es Zahlen zur Dienstunfähigkeit bayerischer Lehrkräfte?
Der BLLV nennt in einem Faktenzettel (März 2026) für Grund- und Mittelschulen einen Anstieg des Dienstunfähigen-Anteils von 15,19 % (2018/19) auf 30,1 % (2023/24); die Bezugsgröße ist dort nicht erläutert. Es handelt sich um eine Interessenverband-Quelle, nicht um amtliche Statistik.
Quellen
- Art. 26 BayBeamtVG – Höhe des Ruhegehalts, Mindestversorgung – abgerufen 25.10.2026
- Art. 23 BayBeamtVG – Zurechnungszeit – abgerufen 25.10.2026
- Art. 48 BayHO – Einstellung nach Vollendung des 45. Lebensjahres – abgerufen 25.10.2026
- Art. 12 LlbG – Probezeit – abgerufen 25.10.2026
- BLLV-Faktenzettel Dienstunfähigkeit (Interessenverband) – Stand März 2026
- Landesamt für Finanzen Bayern: Besoldungstabellen – abgerufen 25.10.2026
Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen zu der Dienstunfähigkeit, Verbeamtung und Absicherung von Lehrkräften (Stand: 25. Oktober 2026). Er ersetzt keine individuelle Beratung. Welche Lösung zu Ihnen passt, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab, z. B. Alter, Gesundheit, Einkommen und Familie. Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen wir keine Gewähr für Vollständigkeit und Aktualität; Gesetze und Tarife ändern sich. Ein kostenloses Informations- und Rechnerportal – kein Dienstherr, keine Behörde, keine Rentenversicherung; über Dienstunfähigkeit, Verbeamtung und Versorgung entscheiden allein diese Stellen. Es werden keine Versicherer oder Tarife empfohlen. Herausgeber: BU-Lehrer.de. BU-Lehrer.de ist kein Versicherungsmakler und bietet keine Versicherungs-, Rechts- oder Steuerberatung an; eine individuelle Beratung erfolgt ausschließlich durch spezialisierte Kooperationspartner mit Erlaubnis nach § 34d GewO.