Inhalt (8 Abschnitte)
- Wird in Brandenburg jede Lehrkraft verbeamtet?
- Referendariat und Probezeit in Brandenburg
- Was zahlt Brandenburg bei Dienstunfähigkeit?
- Kurzes Referendariat, lange Wartezeit: Was das für die Absicherung bedeutet
- Warum die Brandenburger Mindestversorgung hoch ausfällt – und was sie nicht leistet
- Welche Bezüge zählen eigentlich für das Ruhegehalt?
- Besoldung A 12 / A 13 in Brandenburg
- Angestellte Lehrkräfte in Brandenburg
- Brandenburg verbeamtet Lehrkräfte im Regelfall bis zum 47. Lebensjahr (§ 3 LBG); für den Vorbereitungsdienst gilt eine Grenze von 40 Jahren.
- Das Referendariat dauert 12 Monate, im Regelfall im Beamtenverhältnis auf Widerruf; die Probezeit beträgt mindestens drei Jahre (§ 18 LBG).
- Die Mindestversorgung liegt bei 35 % oder 65,8 % der Endstufe A 5, ohne Erhöhungsbetrag – im Modell rund 2.317 € brutto, der höchste Wert aller 16 Länder.
- Das Ruhegehalt beträgt 1,79375 % je Dienstjahr, höchstens 71,75 %; Abschlag 3,6 % je Jahr, entfällt ab 63 mit 40 Dienstjahren.
- Seit wann Lehrkräfte in Brandenburg verbeamtet werden, haben wir nicht belegt; vor Entscheidungen sollte das Ministerium befragt werden.
Brandenburg verbeamtet Lehrkräfte im Regelfall bis zum 47. Lebensjahr (47 Jahre). Bei Dienstunfähigkeit gilt nach fünf Dienstjahren eine Mindestversorgung von 35 % oder 65,8 % der Endstufe A 5, im Modell rund 2.317 € brutto im Monat – der höchste Wert unter allen Ländern. Das Referendariat dauert 12 Monate (Stand 25.10.2026).
In Brandenburg dauert das Referendariat 12 Monate und die Probezeit mindestens 3 Jahre: Der Berufsstart liegt fast vollständig in der Wartezeit von fünf Dienstjahren, in der ohne Dienstunfall kein Ruhegehalt entsteht. Eine BU mit echter DU-Klausel schließt diese Lücke – und je früher Sie abschließen, desto günstiger ist sie. Der Lehrer-Check zeigt in 60 Sekunden, was Ihnen in Brandenburg voraussichtlich fehlt.
Kein Dienstherr, keine BehördeBU-Lehrer.de ist ein kostenloses Informations- und Rechnerportal – kein Dienstherr, keine Behörde, keine Rentenversicherung und kein Versicherungsmakler. Verbindlich ist die Auskunft Ihres Schulamts und der zuständigen Versorgungsstelle.
Wird in Brandenburg jede Lehrkraft verbeamtet?
Das Landesbeamtengesetz Brandenburg sieht die Berufung in das Beamtenverhältnis vor, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind; das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport weist darauf in seinen Einstellungshinweisen hin. Wer sie nicht erfüllt, kann als Tarifbeschäftigter arbeiten. Aktuelle Stellenausschreibungen sprechen allgemein von Verbeamtung bei erfüllten Voraussetzungen. Wer eine Entscheidung vom Beamtenstatus abhängig macht, klärt das Angebot schriftlich – für beide Fälle gibt es die passende BU.
Das Höchstalter für die Berufung auf Probe oder Lebenszeit beträgt 47 Jahre (§ 3 Abs. 2–4 LBG Brandenburg), der Vorbereitungsdienst steht bis 40 Jahren offen. Verlängerungen für Kinder oder Pflege haben wir für Brandenburg nicht belegt. Im Höchstalter-Check können Sie die Grenze mit den anderen Ländern vergleichen. Die gesundheitliche Eignung prüft der Dienstherr nach dem Maßstab des Bundesverwaltungsgerichts (Urteil vom 25.07.2013 – 2 C 12.11); wir stellen dazu keine Fragen.
Referendariat und Probezeit in Brandenburg
Brandenburg hat das kürzeste Referendariat der Länder: zwölf Monate laut § 14 Abs. 1 der Ordnung über den Vorbereitungsdienst. Es wird im Regelfall im Beamtenverhältnis auf Widerruf geleistet; ein öffentlich-rechtliches Ausbildungsverhältnis ist die Alternative (§ 12 LBG). Danach folgt eine Probezeit von mindestens drei Jahren (§ 18 LBG).
Die kurze Ausbildung ändert an der Versorgungsfrage nichts: Beamte auf Widerruf haben ohne Dienstunfall keinen Anspruch auf Ruhegehalt, und die Wartezeit beträgt fünf Jahre. Wer die Probezeit nicht besteht oder vorher dienstunfähig wird, scheidet aus und wird nachversichert (§ 8 SGB VI). Weil Referendariat und Probezeit zusammen deutlich kürzer sind als fünf Jahre, bleibt die Lücke für Berufsanfänger groß. Hintergründe: Absicherung im Referendariat und Probezeit bei Lehrern.
Was zahlt Brandenburg bei Dienstunfähigkeit?
Das Brandenburgische Beamtenversorgungsgesetz (§§ 12, 22, 25) folgt dem Bundesrecht: 1,79375 % je Dienstjahr, höchstens 71,75 %, Wartezeit fünf Jahre, Zurechnungszeit bis 60 zu zwei Dritteln. Der Abschlag von 3,6 % je Jahr vor 65 (höchstens 10,8 %) entfällt ab 63 mit 40 Dienstjahren. Die Abweichung liegt in der Mindestversorgung: 35 % der Bezüge oder 65,8 % der Endstufe A 5, ohne Erhöhungsbetrag (§ 25 Abs. 4). Der Bund rechnet 65 % von A 4 plus 30,68 €. Weil das Grundgehalt in Brandenburg zugleich vergleichsweise hoch ist, ergibt sich im Modell mit 2.317 € der höchste Mindestbetrag aller Länder.
| Merkmal | Regelung in Brandenburg | Abweichung vom Bund |
|---|---|---|
| Ruhegehaltssatz | 1,79375 % je Jahr, höchstens 71,75 % | keine |
| Zurechnungszeit | bis 60, zu 2/3 | keine |
| Versorgungsabschlag | 3,6 % je Jahr vor 65, höchstens 10,8 %, Wegfall ab 63 mit 40 Jahren | keine |
| Mindestversorgung | 35 % oder 65,8 % der Endstufe A 5 (3.521,52 €), kein Erhöhungsbetrag | ja |
| Mindestversorgung in Euro | 2.317 € | Modellwert |
Ein Modellfall mit dem Grundgehalt A 13, Endstufe (7.331,17 €): Wird eine Lehrkraft mit 40 Jahren und 12 Dienstjahren dienstunfähig, ergibt sich nach 13,3 Jahren Zurechnungszeit ein Satz von 45,4 % und nach 10,8 % Abschlag ein Ruhegehalt von rund 2.972 € brutto, nach angenommenen 15 % Abzug etwa 2.526 € netto. Bei 30 Jahren und 6 Dienstjahren sind es rund 3.050 € brutto, mit 55 Jahren und 28 Dienstjahren rund 3.675 € brutto. Die Mindestversorgung von rund 2.317 € greift erst bei niedrigerem Grundgehalt oder kürzerer Dienstzeit. Alle Werte sind Modellrechnungen, keine Personen. Mit Ihrem Grundgehalt rechnet der Lehrer-DU-Rechner.
Kurzes Referendariat, lange Wartezeit: Was das für die Absicherung bedeutet
Zwölf Monate Vorbereitungsdienst sind ein Standortvorteil, wenn es um den schnellen Einstieg geht. Für die Versorgung ändert es wenig. Die Wartezeit von fünf Jahren beginnt nicht mit dem Studium, sondern mit der ruhegehaltfähigen Dienstzeit; ob Zeiten im Vorbereitungsdienst darauf angerechnet werden, richtet sich nach dem Versorgungsgesetz und ist im Einzelfall zu prüfen. Wer nach den zwölf Monaten in die Probezeit wechselt, ist in der Regel noch weit von fünf Jahren entfernt: Auch bei einer Probezeit von drei Jahren liegen die ersten Berufsjahre in einem Bereich, in dem ein Ruhegehalt aus Dienstunfähigkeit ohne Dienstunfall nicht gezahlt wird.
Genau diese Phase beschreibt der Begriff Versorgungslücke am Berufsanfang. Das Land schützt davor nicht; es versichert nach (§ 8 SGB VI), sodass Rentenanwartschaften aus der Dienstzeit entstehen. Gerade für diese Jahre ist die private BU mit echter DU-Klausel die passende Lösung; mit einer Einstiegsrente bleibt das Budget klein. Wir stellen dazu keine Gesundheitsfragen; ein Experte erklärt Ihnen, welche Fragen später im Antrag auftauchen und wie die anonyme Voranfrage funktioniert. Ein Überblick über die Voranfrage findet sich bei anonyme Risikovoranfrage.
Warum die Brandenburger Mindestversorgung hoch ausfällt – und was sie nicht leistet
Im Modell liefert Brandenburg mit rund 2.317 € den höchsten Mindestbetrag. Zwei Dinge erklären das: der hohe Prozentsatz von 65,8 % und die Referenz A 5, deren Endstufe in Brandenburg bei 3.521,52 € liegt. Das heißt aber nicht, dass Lehrkräfte in Brandenburg bei Dienstunfähigkeit gut versorgt wären. Die Mindestversorgung ist eine Untergrenze für Fälle mit sehr kurzer Dienstzeit; sie liegt weit unter dem Netto einer Lehrkraft in A 13, dessen Endstufe 7.331,17 € beträgt. Außerdem setzt sie fünf Dienstjahre voraus – ohne diese Zeit gibt es sie nicht.
Wer die Mindestversorgung als Sicherheitsnetz versteht, sollte also sehen: Sie verhindert sehr niedrige Beträge bei kurzer Dienstzeit, aber nicht den Abstand zum Netto einer aktiven Lehrkraft. Mit dem Lehrer-DU-Rechner sehen Sie, wo Ihre Dienstzeit zwischen Mindestversorgung und Regelversorgung liegt.
Welche Bezüge zählen eigentlich für das Ruhegehalt?
Ein häufiges Missverständnis: Das Ruhegehalt bemisst sich nicht am gesamten Bruttogehalt. Ruhegehaltfähig sind die Dienstbezüge im Sinne des Gesetzes, also im Wesentlichen das Grundgehalt der letzten Besoldungsgruppe, Familienzuschläge in gesetzlich vorgesehener Höhe und bestimmte Zulagen, die das Besoldungsrecht ausdrücklich als ruhegehaltfähig bezeichnet. Einmalige Zahlungen und viele Zulagen fallen heraus. Für Brandenburg haben wir die Ruhegehaltfähigkeit einzelner Zulagen nicht geprüft und rechnen deshalb nur mit dem Grundgehalt.
Besoldung A 12 / A 13 in Brandenburg
Die Tabelle gilt ab 01.01.2026 nach dem Brandenburgischen Besoldungs- und Versorgungsanpassungsgesetz 2026 (GVBl. I Nr. 27/2026) und ist damit amtlich. Grundschullehrkräfte sind nach A 13 eingruppiert. Die Werte sind für den Rechner Startwerte; ersetzen Sie sie durch Ihr Grundgehalt aus der Bezügemitteilung.
| Besoldung | Eingang | Endstufe | Status |
|---|---|---|---|
| A 12 | 5.321,28 | 6.593,67 | amtlich |
| A 13 | 5.954,64 | 7.331,17 | amtlich |
Angestellte Lehrkräfte in Brandenburg
Wer nicht verbeamtet ist, arbeitet nach dem Tarifvertrag der Länder und ist gesetzlich rentenversichert. Die Erwerbsminderungsrente nach § 43 SGB VI lag bei Neuzugängen 2024 im Schnitt bei 1.041 € pro Monat; für Ihren Fall zeigt die EM-Renten-Schätzung eine Orientierung. Die Höhe einer Zusatzversorgung berechnen wir nicht.
Zur Praxis der Lehrerverbeamtung in Brandenburg erteilt das Schulamt verbindlich Auskunft. Wer wissen möchte, welche Lücke bei Dienstunfähigkeit zum Netto entsteht, beginnt mit dem Lehrer-Check – in 60 Sekunden, ohne Gesundheitsfragen; die Lücke schließt eine BU mit echter DU-Klausel. Alle Länder auf einen Blick: Länder-Hub.
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Mein Lehrer-Fahrplan (PDF)Häufige Fragen
Bis zu welchem Alter werden Lehrer in Brandenburg verbeamtet?
Bis zum 47. Lebensjahr für die Berufung in das Beamtenverhältnis auf Probe oder auf Lebenszeit (§ 3 Abs. 2–4 LBG Brandenburg); für den Vorbereitungsdienst gilt eine Grenze von 40 Jahren. Stand 25.10.2026.
Wie lange dauert das Referendariat in Brandenburg?
12 Monate nach § 14 Abs. 1 der Ordnung über den Vorbereitungsdienst (GVBl. II Nr. 5/2026). Es wird im Regelfall im Beamtenverhältnis auf Widerruf geleistet, sonst in einem öffentlich-rechtlichen Ausbildungsverhältnis (§ 12 LBG).
Wie hoch ist die Mindestversorgung in Brandenburg?
Mindestens 35 % der ruhegehaltfähigen Dienstbezüge oder, wenn günstiger, 65,8 % der Endstufe A 5, ohne Erhöhungsbetrag (§ 25 Abs. 4 BbgBeamtVG). Im Modell rund 2.317 € brutto im Monat; Voraussetzung sind fünf Dienstjahre.
Seit wann werden Lehrer in Brandenburg verbeamtet?
Gesetzlich ist die Verbeamtung im Landesbeamtengesetz geregelt, und das Bildungsministerium weist in seinen Einstellungshinweisen darauf hin. Die Praxis im Einzelfall klärt die Einstellungsbehörde; wer als Tarifbeschäftigter beginnt, sichert sich mit der klassischen BU ab.
Gibt es einen Abschlag bei Dienstunfähigkeit in Brandenburg?
Ja: 3,6 % je Jahr vor dem 65. Geburtstag, höchstens 10,8 %. Er entfällt ab dem 63. Lebensjahr mit 40 berücksichtigungsfähigen Dienstjahren (§ 22 BbgBeamtVG).
Quellen
- Brandenburgisches Landesbeamtengesetz (LBG) – abgerufen 25.10.2026
- Brandenburgisches Beamtenversorgungsgesetz (BbgBeamtVG) – abgerufen 25.10.2026
- Brandenburgisches Besoldungsgesetz (BbgBesG) – abgerufen 25.10.2026
- § 26 BeamtStG – Dienstunfähigkeit – abgerufen 25.10.2026
- § 8 SGB VI – Nachversicherung – abgerufen 25.10.2026
Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen zu der Dienstunfähigkeit, Verbeamtung und Absicherung von Lehrkräften (Stand: 25. Oktober 2026). Er ersetzt keine individuelle Beratung. Welche Lösung zu Ihnen passt, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab, z. B. Alter, Gesundheit, Einkommen und Familie. Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen wir keine Gewähr für Vollständigkeit und Aktualität; Gesetze und Tarife ändern sich. Ein kostenloses Informations- und Rechnerportal – kein Dienstherr, keine Behörde, keine Rentenversicherung; über Dienstunfähigkeit, Verbeamtung und Versorgung entscheiden allein diese Stellen. Es werden keine Versicherer oder Tarife empfohlen. Herausgeber: BU-Lehrer.de. BU-Lehrer.de ist kein Versicherungsmakler und bietet keine Versicherungs-, Rechts- oder Steuerberatung an; eine individuelle Beratung erfolgt ausschließlich durch spezialisierte Kooperationspartner mit Erlaubnis nach § 34d GewO.